SOS Pflanzen · Krankheiten
Mehltau und Pilzkrankheiten:
Ursachen, Behandlung
und Vorbeugung
Weißes Puder auf den Blättern, schwarze Flecken, grauer Schimmel oder ein muffig riechendes Substrat – all das sind Symptome von Pilzkrankheiten. Pilze gehören zu den häufigsten Feinden von Zimmerpflanzen, und Mehltau ist ihr sichtbarster Vertreter. Im Gegensatz zu Schädlingen kommen Pilzkrankheiten nicht von außen – sie entwickeln sich aus Sporen, die bereits in der Luft oder im Substrat vorhanden sind und günstige Bedingungen für ihre Ausbreitung finden.
Dieser Leitfaden behandelt die 4 häufigsten Pilzkrankheiten in Innenräumen, ihre Ursachen und wirksame Behandlungen für jede einzelne.

Pilzkrankheiten verstehen
Pilzkrankheiten werden durch mikroskopisch kleine Pilze verursacht, die auf oder in den Pflanzengeweben wachsen. Ihre Sporen sind allgegenwärtig in der Luft – es ist nicht ihre Anwesenheit, die ein Problem darstellt, sondern wenn die Bedingungen ihre Vermehrung ermöglichen: übermäßige Feuchtigkeit, schlechte Belüftung, Verletzungen an der Pflanze, durchnässtes Substrat.
Der Schlüssel ist also zweifach: die bestehende Infektion behandeln UND die Bedingungen so ändern, dass sie nicht wieder auftritt.
"Pilze entstehen nicht aus dem Nichts –
sie warten auf schlechte Bedingungen, um auszubrechen."
Mehltau — weißes Pulver auf den Blättern
Mehltau (Erysiphales)
Mäßig — behandelbarMehltau ist die am leichtesten erkennbare Pilzkrankheit: ein mehliges weißes Pulver, das zuerst in kleinen Flecken auf der Blattoberseite erscheint und sich dann ausbreitet. Im Gegensatz zu anderen Pilzkrankheiten entwickelt sich Mehltau bei geringer Luftfeuchtigkeit in Kombination mit hohen Temperaturen – was ihn paradox und oft überraschend macht.
Grauschimmel — Botrytis
Botrytis cinerea
Dringend — breitet sich schnell ausGrauschimmel ist ein graubrauner, flaumiger Schimmel, der sich auf geschwächten oder verletzten Stängeln, Blättern und Blüten entwickelt. Er gedeiht in kalten, feuchten und schlecht belüfteten Umgebungen. Er ist eine der zerstörerischsten Krankheiten, da er bei günstigen Bedingungen innerhalb weniger Tage eine ganze Pflanze befallen kann – besonders gefährlich im Winter.
Rußtau — schwarzer, klebriger Schimmel
Rußtau (Capnodiales)
Sekundär — Anzeichen für BefallRußtau ist ein schwarzer Schimmel, der sich auf dem Honigtau entwickelt, den saugende Insekten – Schildläuse, Blattläuse oder Weiße Fliegen – hinterlassen. Er greift die Pflanze nicht direkt an, sondern bedeckt die Blätter mit einer schwarzen Schicht, die die Photosynthese blockiert. Ihn zu behandeln, ohne die verursachenden Insekten zu beseitigen, ist nutzlos – er kehrt immer wieder zurück.
Wurzelfäule
Pythium / Phytophthora
Dringend — oft tödlich, wenn spät erkanntWurzelfäule wird durch aquatische Pilze verursacht, die sich in ständig durchnässtem Substrat vermehren. Die Wurzeln werden schwarz, weich und verrotten, wodurch sie kein Wasser und keine Nährstoffe mehr leiten können. An der Oberfläche zeigt die Pflanze paradoxe Trockenheitssymptome trotz feuchtem Boden – weiche Blätter, Vergilbung, Blattfall.

Bedingungen, die Pilze begünstigen
- 💧 Ständig feuchtes Substrat
- 🌬️ Stagnierende Luft, schlecht belüfteter Raum
- 💦 Wasser, das auf den Blättern stagniert
- 🌡️ Plötzliche Temperaturschwankungen
- 🪴 Töpfe ohne Drainage oder volle Untersetzer
- ✂️ Ungeheilte Verletzungen am Stängel
- 🌿 Zu eng stehende Pflanzen
- 💨 Gute Belüftung — Luftaustausch
- 🪴 Drainierendes Substrat, das zwischen den Gießvorgängen trocknet
- ☀️ Ausreichend Licht — Pilze hassen Licht
- 💧 Gießen am Fuß — niemals abends auf die Blätter
- ✂️ Desinfizierte Werkzeuge bei jedem Schnitt
- 🌱 Gut beabstandete Pflanzen für Belüftung
Prävention — Luft und Drainage vor allem
Die überwiegende Mehrheit der Pilzkrankheiten in Innenräumen lässt sich mit zwei einfachen Vorsichtsmaßnahmen vermeiden: einem gut drainierenden Substrat und regelmäßig erneuerter Luft.
Regelmäßiges Lüften
Öffnen Sie die Fenster 10 bis 15 Minuten pro Tag, auch im Winter. Ein regelmäßiger Luftaustausch verhindert die Stagnation von Feuchtigkeit, die alle Pilze begünstigt. Vermeiden Sie es, zu viele Pflanzen in einem Raum ohne Belüftung zu konzentrieren.
Ein drainierendes Substrat verwenden
Ein Substrat, das zu viel Wasser speichert, ist die ideale Umgebung für Wurzelschädlinge. Fügen Sie Ihrem üblichen Topfsubstrat 20-30 % Perlit hinzu und stellen Sie sicher, dass jeder Topf eine effektive Drainage hat. Leeren Sie die Untersetzer nach jedem Gießen.
Niemals abends gießen
Wasser, das über Nacht auf den Blättern oder im Substrat verbleibt – ohne Verdunstung – ist ein Hauptauslöser für Pilzkrankheiten. Gießen Sie immer morgens, damit überschüssige Feuchtigkeit tagsüber verdunsten kann.
⚠ Niemals schneiden, ohne das Werkzeug zu desinfizieren
Pilzsporen verbreiten sich leicht über unsaubere Gartengeräte. Eine Klinge, die an einer kranken Pflanze und dann an einer gesunden Pflanze verwendet wird, kann die Krankheit innerhalb von Sekunden übertragen. 70%iger Alkohol auf der Klinge vor und nach jedem Gebrauch – systematisch.
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